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Der Gutenberg-Druck

Die ersten Zeitungen

Mit der Erfind­ung des Buch­drucks durch Guten­berg (siehe Abb. 1) war bei­des, öffentliche und medi­al ver­mit­telte Kom­mu­nika­tion, möglich, durch erste Druckme­di­en wie Kalen­der, Flug­blät­ter und natür­lich auch weit­er­hin Briefe. Die Entwick­lung der Massen­me­di­en ist jedoch noch mit einem – zu Unrecht – wesentlich weniger bekan­nten Namen ver­bun­den: Johann Car­o­lus. Denn die Geschichte der Zeitung als erstem Massen­medi­um begann um 1600 in Straßburg, im Herzen Europas, wo der Nachricht­en­händler Johann Car­o­lus eine 

Druck­erei kaufte (1604) und dann Nachricht­en druck­te und ver­bre­it­ete (Weber 2005; Welke 2008).  Car­o­lus nan­nte seine Zeitung Rela­tion, oder vielmehr „Rela­tion: Aller Fürnem­men und gedenck­würdi­gen His­to­rien / so sich hin unnd wider in Hoch unnd Nieder Teutsch­land / auch in Frankre­ich / Ital­ien / Schott- und Engel­land / Hiss­panien / Hungern / Polen /Siebenbürgen / Wal­lachey / Moldaw / Tür­ck­ey / etc. […] ver­lauf­fen und zutra­gen möchte. Alles auff das trewslichst wie ich solche bekom­men und zu wegen brin­gen mag / in Truck ver­fer­ti­gen will“ (siehe Abb. 2). 

Der Begriff Zeitung war damals übri­gens gle­ichbe­deu­tend mit Nachricht. Car­o­lus’ Zeitung war zunächst nur ein poten­zielles Massen­medi­um, denn es fehlte ihm die Masse. Natür­lich sind Nutzer­stu­di­en für die dama­lige Zeit nicht bekan­nt, aber es gab nur sehr wenige Leser_innen von Car­o­lus’ Rela­tion. Wie später der Com­put­er, das Inter­net oder das Smart­phone war die Zeitung zunächst ein Elitemedi­um. Die weni­gen frühen Nutzer_innen des neuen Medi­ums Zeitung, heute wür­den wir sie Ear­ly Adopter nen­nen, waren reich und gebildet.

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Kon­rad Ade­nauer, erster Bun­deskan­zler der neuen Bun­desre­pub­lik Deutsch­land, war Jahrgang 1876. Er hat­te den Auf­stieg der Massen­presse im Kaiser­re­ich miter­lebt, den Ersten Weltkrieg, die Weimar­er Repub­lik, das Aufkom­men des Radios und den Medi­enein­satz der Nationalsozialisten. 

Er war geprägt durch diese poli­tis­chen Sys­teme und die Medi­enen­twick­lung und ver­stand die Medi­en deshalb dur­chaus als Teil des poli­tis­chen Sys­tems (Birkn­er und Krämer 2016, 2017). 

Entsprechend skep­tisch beäugte er „den nach britis­chem Vor­bild instal­lierten öffentlich-rechtlichen Rund­funk“, den er durch den Ein­fluss der britis­chen Labour-Par­ty „in den Hän­den der SPD wäh­nte und deshalb als Rot­funk schmähte“ (Birkn­er 2018, S. 81).

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