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Simon ist seit 16 Jahren Mit­glied der Frei­willi­gen Feuer­wehr. Durch das Coro­n­avirus hat sich für die Ein­satzkräfte einiges geän­dert. Neue Hygien­evorschriften und ein ander­er Umgang mit Patien­ten ist notwendig.

Inwiefern hat sich Ihre Arbeit  durch das Virus geändert?

Durch Coro­na hat sich einiges von unser­er Aus­rück-Ord­nung und der Ein­satz­tak­tik geän­dert. Die wohl größte Verän­derung ist die Tat­sache, dass wir den kom­plet­ten prak­tis­chen Übungs­be­trieb ein­stellen mussten.

Wie wirkt sich das aus?

Wir haben beispiel­sweise eine neue Drehleit­er – und wir sind alle Drehleit­er-Laien. Deswe­gen haben wir uns die ver­gan­genen sieben Monate darauf vor­bere­it­et. Die let­zten Schu­lun­gen mussten wir wegen des Virus online durch­führen. Das ist aber eine Aus­nahme. Nor­maler­weise muss so etwas prak­tisch stattfinden.

Nehmen die Coro­na-Maß­nah­men Ein­fluss auf Ihre Einsätze?

Wir ver­suchen die Kon­tak­tzeit­en zu verkürzen und Per­so­n­e­nansamm­lun­gen zu reduzieren. Das heißt, wir haben eine Min­i­malbe­set­zung in den Fahrzeu­gen – es wer­den nicht mehr alle Plätze belegt. Am Ein­sat­zort müssen wir sofort vom Fahrzeug absitzen und draußen warten, damit der Abstand zu den anderen größer wird. Auch die Hygien­e­maß­nah­men wur­den verschärft.

Wie sehen diese Hygien­e­maß­nah­men aus?

Wir reini­gen unsere Fahrzeuge und desin­fizieren sie regelmäßig. Für uns gibt es zusät­zliche Desin­fek­tion­s­möglichkeit­en. Wenn wir im Ein­satz Kon­takt zu anderen Men­schen haben, schützen wir uns jet­zt auch bess­er – Visiere, Masken oder im Extrem­fall sog­ar Atem­schutzgeräte kom­men zum Ein­satz. Danach geht dann auch die Klei­dung direkt in die Reini­gung mit speziellem Programm.

Wie nimmt die Sit­u­a­tion Ein­fluss auf Ihr Leben?

Für mich bedeutet diese Sit­u­a­tion schon eine große Ein­schränkung. Die Feuer­wehr lebt schon – und ich denke das kön­nen die meis­ten unter­schreiben – von der Gemein­schaft. Die Gemein­schaft ist das, was Spaß macht. Die Tre­f­fen, das Zusam­menkom­men, die Übun­gen und auch die Ein­sätze. Das ist alles zurück­ge­fahren wor­den. Das nimmt dann natür­lich auch den Spaß.

Haben sich durch das Virus neue Ein­satzge­bi­ete aufgetan?

Zuerst mal fällt auf, dass es zur Zeit viel weniger Ein­sätze auf der Auto­bahn gibt. Das liegt natür­lich daran, dass momen­tan auch weniger Verkehr ist. Klas­sis­che Verkehrsun­fälle gibt es aktuell nur noch sel­ten. In Bezug auf Brände hat sich nichts verändert.

Vie­len Dank für das Interview!

Inter­views zum The­ma Corona:

Mit Coro­na im Nack­en auf Streife – Inter­view mit einem Polizis­ten

Klei­dungswech­sel im Minu­ten­takt – Inter­view mit ein­er medi­zinis­chen Fachangestellten

Zeit zum Umdenken – Inter­view mit einem jun­gen Unternehmer

Iso­la­tion im neuen Leben – Inter­view mit einem Geflüchteten aus Syrien

Mit leerem Magen durch die Krise– Inter­view mit der Betrieb­slei­t­erin eines Kul­turver­anstal­tungs- und Gastronomiebetriebs

Bil­dung in Quar­an­täne – Inter­view mit ein­er Lehrerin

 

Anmerkung von The Opinion:

»Den Jour­nal­istIn­nen wird immer häu­figer vorge­wor­fen, sie wür­den das Inter­view ver­fälschen. Als Jour­nal­istIn ver­sucht man, den Sin­nge­halt des Gesagten nicht zu verän­dern. Die Kor­rek­turen dienen dazu, den Text leser­lich zu machen. Auch wir haben das in diesem Inter­view getan. Wir haben Zwis­chen­fra­gen eingeschoben, um Sin­ne­sein­heit­en voneinan­der abzu­gren­zen. Wir haben Pas­sagen zusam­menge­führt, damit man keine the­ma­tis­chen Dopplun­gen lesen muss. Wir haben gestellte Fra­gen wegge­lassen, die sich bei der Beant­wor­tung als nicht rel­e­vant her­aus­gestellt haben.«

Bild: Rico_Loeb (Pix­abay)

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