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Das The­ma Coro­na ist all­ge­gen­wär­tig. Doch bei allen Zahlen, auf die man in den let­zten Tagen achtet, wer­den die Einzelschick­sale dahin­ter vergessen. Das Team von Files­Magazin hat es sich zur Auf­gabe gemacht, erneut das in den Mit­telpunkt zu rück­en, was im Mit­telpunkt ste­hen sollte: Die Menschen.

»Die Sit­u­a­tion derzeit fühlt sich ein biss­chen an wie Liebeskummer.«

Diesen tre­f­fend­en Ver­gle­ich machte der deutsche Autor Tom­mi Schmitt vor eini­gen Wochen in dem Pod­cast »Gemis­cht­es Hack«. Selb­st wenn man nicht daran denkt, ist das The­ma Coro­na ständig im Hin­terkopf. Das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass etwas anders ist als son­st, dass man der Sit­u­a­tion hil­f­los gegenüber­ste­ht, lässt sich nicht abschalten.

Ein Blick in die Medi­en ver­schlim­mert dieses Gefühl. Welche Aus­gabe des Nachricht­en­magazins Der Spiegel man in den ver­gan­genen Wochen auch gekauft hat, spielt kaum eine Rolle. Eben­so ist es nicht so schlimm, wenn man Mal für eine Woche vergessen hat, die Tagess­chau oder die ZIB einzuschal­ten. Es scheint sich nur noch um ein The­ma zu drehen: Coro­na. Das Einzige was man derzeit zu ver­passen scheint, sind Zahlen: Mit wie vie­len Toten rech­net Don­ald Trump heute in den USA? Um wie viel Prozent wird die Wirtschaft auf­grund der Coro­na-Krise wirk­lich ein­brechen? Wie viele Neuin­fizierte kon­nten heute fest­gestellt wer­den? Und – die aller­wichtig­ste Frage – wie gehen eigentlich die Mod­els aus Ger­manys Next Top­mod­el mit der Krise um (an dieser Stelle entschuldige ich mich bei allen Fans der Unterhaltungssendung)?

Kein Platz für andere Themen

Prak­tis­cher­weise scheinen alle anderen Prob­leme derzeit ver­schwun­den zu sein – Achtung Ironie! Dass das Leid auf Les­bos nicht klein­er gewor­den ist, kön­nte man Mal schnell vergessen. Dass Polen, Ungarn und Tschechien laut EuGH gegen EU-Recht ver­stoßen haben, als sie sich weigerten, die Umverteilung von Geflüchteten in Europa zu akzep­tieren, nimmt man – im besten Fall – mit Schul­terzuck­en hin – im schlecht­esten Fall bekommt man es gar nicht erst mit. Auch die Hunger­snot im Jemen und die Frage, wie wir mit dem Kli­ma umge­hen sollen, existieren noch, auch wenn sie uns im Moment nicht bewusst sind.

Unser aller Leben ist so fest im Schwitzkas­ten der Pan­demie, dass wir nicht wegschauen kön­nen, selb­st wenn wir das wöll­ten. Wirtschafts­fa­natik­er müssen sich mit den Fol­gen von Coro­na eben­so auseinan­der­set­zen wie diejeni­gen, die nur den Sport­teil ein­er Zeitung lesen und den Rest ihren Kindern zum Basteln geben.

Gemeinsamkeit Corona

Und hier haben wir sie: die alles verbindende Gemein­samkeit. Den gemein­samen Feind, der unab­hängig von Haut­farbe, Reli­gion, Beruf, Herkun­ft und Alter alle bet­rifft. Umso trau­riger ist es, dass uns nur noch die Zahlen zu inter­essieren scheinen. Das große Ganze. Nicht aber die einzel­nen Schick­sale. Die Men­schen, die sich gegen­seit­ig helfen, um durch diese schwere Zeit zu kom­men. Die Men­schen, die sich um ihre Zukun­ft fürcht­en müssen. Die Men­schen, die das Beste aus der Sit­u­a­tion machen und diejeni­gen die in dieser Sit­u­a­tion vereinsamen.

Die Autoren Max­i­m­il­ian Scheugenpflug, Max­i­m­il­ian Egn­er, Oliv­er Beil­harz, Nico Rot­ter und Kon­stan­tin Schätz woll­ten genau das her­aus­find­en. Wie gehen Men­schen mit der Sit­u­a­tion um. Sie stell­ten einem Flüchtling, einem jun­gen Unternehmer, ein­er Lehrerin, einem Feuer­wehrmann, einem Polizis­ten, ein­er Gas­tronomin und ein­er medi­zinis­chen Fachangestell­ten ein und dieselbe Frage: 

Wie wirkt sich das Coro­n­virus auf Ihr Leben aus?

Die Inter­views:

Mit Coro­na im Nack­en auf Streife — Inter­view mit einem Polizis­ten

Klei­dungswech­sel im Minu­ten­takt — Inter­view mit ein­er medi­zinis­chen Fachangestellten

Zeit zum Umdenken — Inter­view mit einem jun­gen Unternehmer

Iso­la­tion im neuen Leben — Inter­view mit einem Geflüchteten aus Syrien

Hil­fe mit Atem­schutz­maske — Inter­view mit einem Mit­glied der Feuerwehr

Mit leerem Magen durch die Krise — Inter­view mit der Betrieb­slei­t­erin eines Kul­turver­anstal­tungs- und Gastronomiebetriebs

Bil­dung in Quar­an­täne — Inter­view mit ein­er Lehrerin

Quellen:

Ärzte ohne Gren­zen (2020): Nothil­fe im Jemen: Spenden für unsere Arbeit. Online unter: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/jemen-spenden?pc=A_H-Spenden-Country_Jemen&pk=jemen%20hungerkatastrophe&gclid=EAIaIQobChMIvqqv95Dg6AIVC-d3Ch0hEQsHEAAYAiAAEgIUd_D_BwE

Tagesschau.de (2020):EuGH urteilt gegen drei EU-Staat­en. Online unter: https://www.tagesschau.de/ausland/gerichtsurteil-fluechtlingskrise-101.html

Wit­ter­auf, Ste­fanie (2020): Das Camp ist eine tick­ende Zeit­bombe. Online unter: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/neue-fotografie/moria-lesbos-corona-88574

Bild:

Bild: rot­tonara (Pix­abay)

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